Preisfrage: Können zwei Lahme schneller laufen?

Jetzt ist es amtlich: Deutsche Bank und Commerzbank nehmen Gespräche über eine mögliche Fusion auf. Das teilten die beiden Institute am Sonntag in Frankfurt mit.

Ich finde, dass der Vizepräsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Klaus Nieding, Recht hat: „Dadurch, dass sich zwei Lahme zusammentun, entsteht kein olympiatauglicher Leichtathlet.“ Die beiden Banken haben viel zu viele überlappende Geschäftsfelder, als dass ein Zusammenschluss Sinn machen würde. Das Einzige, was angerichtet würde, wäre ein massiver Arbeitsplatzabbau mit allen damit verbundenen negativen Auswirkungen, die auch in keiner Weise im Sinne der Aktionäre sind.

 

Welche Aktie notiert im Deutschen Aktienindex (DAX) und steht heute so hoch wie vor 35 Jahren?

 

Antwort: die Aktien der Deutsche Bank

deutsche bank 2019

Welche Aktie ist ebenfalls Mitglied des DAX gewesen und kostet heute sogar weniger als vor 47 Jahren?

Antwort: die Aktien der Commerzbank

deutsche bank stock exchange 2019 photo

Das Finanzministerium zumindest heizt die Fusion der beiden Banken an. Olaf Scholz stehe „sinnvollen Optionen offen gegenüber“. Mögliche Hindernisse müssten analysiert werden. Auch Großaktionär Cerberus soll seinen Widerstand aufgegeben haben.

Über Sinn und Zweck einer solchen Großfusion lässt sich Herr Scholz nicht aus. Wie auch? Es gibt weder einen Sinn und schon gar keinen Zweck einer Fusion der Deutsche Bank und der Commerzbank. Die Risiken, die die Deutsche Bank in den Bilanzen hat, sind bis heute weder transparent noch überschaubar. Und die Commerzbank hat – wenn überhaupt – gerade mal die Fehler ihrer ehemaligen Topmanager, und insbesondere die von Klaus-Peter Müller, mit der Übernahme der Eurohypo und der Dresdner Bank, verdaut.

Karl-Heinz Stiegemann, Chairman des IFM Institut für den Mittelstand und ehemaliger Banker der Commerzbank und Vorstand der Stadtsparkasse Düsseldorf, warnt zu den Risiken, die auf die Finanzierung der mittelständischen Industrie zukommen. „Der Prozess einer solchen Großfusion, verbunden mit dem Abbau von tausenden von Arbeitsplätzen, wird erhebliche Auswirkungen auf mittelständische Unternehmen haben. Die Sparkassen und Volksbanken sind nicht dafür aufgestellt, diese negativen Auswirkungen aufzufangen.“, so Stiegemann. Weiter mahnt er die Verantwortlichen in der Politik diese Probleme sehr ernst zu nehmen und in ihre Überlegungen auch einzubeziehen, dass die Landesbanken, aber auch die neu aufgestellte DZ Bank noch Jahre brauchen werden, um die Lücken, die die Fusion der Deutsche Bank und der Commerzbank reißen wird, zu füllen.

karl-heinz-stiegemann
Karl-Heinz Stiegemann

Karl-Heinz Stiegemann, Gründer und Chairman des IFM

 

Berlin, den 17. März 2019

 

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Karl-Heinz Stiegemann
Chairman, IFM Institut für den Mittelstand
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