GRIECHENLAND erholt sich langsam, aber konstant

„Es ist nicht leicht, im griechischen Markt Fuß zu fassen. Aber wer es hat, bleibt,“ so Joachim Köchling, Repräsentant des IFM in Griechenland. „Entscheidend ist ein langer Atem und ein Partner an der Seite, der einem die lokalen Umstände und Besonderheiten erklärt.“



Joachim Köchling
IFM-Repräsentant für Griechenland


Die griechische Wirtschaft erholt sich, langsam, aber stetig. So stieg das BIP Griechenlands 2018 im Vergleich zum Vorjahr um 1,9%. Das ist der größte Zuwachs seit Ausbruch der Krise. Für das kommende Jahr geht die Europäische Kommission von einem BIP-Anstieg in Höhe von 2,2% aus. Ausschlaggebend für das Wirtschaftswachstum war der Tourismus und private Konsum, aber auch ein Anstieg des Exports um 8,7% im Vergleich zum Vorjahr.

Grund für den Anstieg des privaten Konsums ist die Abnahme der Arbeitslosenquote. Diese lag Ende 2018 gemäß ELSTAT bei 18,0%. Das ist gegenüber 2017 ein Rückgang um 2,8%. Trotz dieser abnehmenden Tendenz weist Griechenland im europäischen Vergleich jedoch noch immer die höchste Arbeitslosenquote auf, wovon besonders die Jugend betroffen ist. Mit einer Jugendarbeitslosenquote von 39,7% liegt Griechenland im europäischen Vergleich immer noch an Platz 1.

Deutschland ist hinter Italien Hauptabnehmer griechischer Produkte. Im Jahr 2018 exportierte Griechenland nach Deutschland laut Statistischen Bundesamt Waren im Wert von etwa 1,97 Mrd. Euro, was eine Zunahme von über 3,2% zum Vorjahreszeitraum ausmacht.

In den letzten Jahren haben trotz der Krise viele Unternehmen in Griechenland investiert. Die Fraport AG hat den Betrieb von mehr 20 Flughäfen übernommen. Die italienische Bahn hat die griechische Bahn gekauft. Die chinesische COSCO legt seit der Übernahme des Hafens von Piräus 2009 Jahr für Jahr ein spektakuläres Wachstum hin. Lidl eröffnet stetig neue Verkaufsfilialen und mutiert mittlerweile zu einem der größten Exporteure von Nahrungsmittel Griechenlands. Aber auch im Mittelstand gab es zahlreiche Aktivitäten. So hat der Nahrungsmittelhersteller GEA den Eigentümer gewechselt und legt große Wachstumsraten hin. Nicht anders ist es mit der Kosmetikfirma Apivita oder verschiedene Investitionen im Bereich Recycling und Textilien.

Viele Software-Unternehmen haben Griechenland entdeckt und investieren im großen Stil. Gut ausgebildete Entwickler, moderate Löhne und hohe Lebensqualität sind die Motivation dafür. Auch im Bereich von telefonischen Marktdienstleistungen mauert sich Griechenland zu einem gewichtigen Spieler, was wohl auch an den hervorragenden Sprachkenntnissen der Griechen liegen wird. Große Erwartungen werden aber auch gelegt in den Umbau der griechischen Energie-Wirtschaft mit Anbindung der Inseln an das allgemeine Stromnetz. Angesichts der zahlreichen Projekte im Bereich „Energie-Netzausbau“ und der Aussicht, im Mittelmeer eines der weltgrößten Gasvorkommen zu erschließen, entwickelt sich Griechenland zu einem Energieknotenpunkt ersten Ranges.

Wichtigster Bereich ist aber der Tourismus. Hier wechseln täglich Hoteleigentümer und werden neue Projekte entwickelt. „Aber auch hier ist es wichtig, über ein engmaschiges Netz an lokalen Kontakten zu verfügen, um belastbare Informationen zu erhalten und Chance und Risiken auszuloten“, so Joachim Köchling.

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Bitte kontaktieren Sie Joachim Köchling:

j.koechling@institut-mittelstand.com

+49 157 819 29 329



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